Kleidung und Spielzeug für Flüchtlinge auf Lesbos
Krefelder Helfer sortierten 60.000 Teile Kleidung berichtet die Rheinische Post
Vom Regen durchnässte Zelte, fehlende Trinkwasserversorgung, keine ausreichenden Decken oder wetterfeste Kleidung zum Schutz vor Kälte: Die Menschen im Migrantenlager auf der griechischen Ägäisinsel Lesbos waren gerade in den Wintermonaten dringend auf Hilfspakete angewiesen. Die Krefelder cooldown°earth foundation, eine Stiftung, die sich auch für ein besseres Klima in unserer Gesellschaft einsetzt, initiierte jetzt ein Hilfsprojekt für die Geflüchteten auf Lesbos. Viele Krefelder unterstützen das Projekt tatkräftig mit Kleiderspenden.
Das Lager auf Lesbos wurde nach dem Brand des überfüllten Lagers Moria provisorisch errichtet. Dort leben rund 6000 Asylsuchende unter kritischen Bedingungen. Das Übergangslager ist für winterliche Temperaturen nicht ausgestattet, sodass die Menschen in zum Teil nassen Zelten hausen müssen.
Für die Krefelder Stiftung war das Grund zum Handeln. Neben ihrem Kernthema, dem Klimaschutz, sei auch das gesellschaftliche Klima ein wichtiges Aufgabenfeld. „Der Umgang mit Menschen aus anderen geografischen Gebieten ist uns ebenso wichtig. Da müssen wir als Stiftung unsere Solidarität zeigen“, erklärt Felix Glauner vom Vorstand. Dazu gehöre auch die Hilfe für die Geflüchteten auf Lesbos.
Die Idee für das Projekt kam vom Vorstandsmitglied Annika Kirchner. Ursprünglich sei es eine private Sammelaktion gewesen, bis das Vorhaben auch aus logistischen Gründen in die Stiftung getragen wurde. Innerhalb von vier Tagen organisierte das zehnköpfige Team der Stiftung Werbung, Lagerflächen und die Transportmöglichkeiten durch den Partner „Bingo-Systems“. Stiftungs-Gründerin Annekathrin Edelmann erinnert sich: „Es war eine besondere Energie in der Entwicklung des Spendenaufrufs. Es haben sich schnell Ehrenamtler gefunden und alles hat sich gefügt. Nach den ersten 20 Minuten der Sammelaktion waren die organisierten vier Garagen bereits voll.“
Der Vorstand sowie Helfer sortierten anschließend etwa sechzigtausend Einzelteile an gespendeter Kleidung und Spielzeug und machten sie transportfertig. „Wir sind alle Spenden einzeln durchgegangen und haben ihren Zustand geprüft. Die Kleiderspenden sowie die Spielzeuge die abgegeben wurden, waren beinahe alle in einem hochwertigen Zustand. Die Resonanz war überwältigend“, so Edelmann. Die Spendenaktion sei gerade unter den Corona-Bedingungen sehr wichtig gewesen. „Wir hatten den Eindruck, die Gemeinschaftsaktion konnte ein emotionales Defizit füllen. Eine Spenderin hat sich sogar einen Sprinter gemietet, um ihr Hilfspaket zu uns zu bringen. Und alle waren sehr rücksichtsvoll beim Einhalten der Abstandregeln“, erklärt Edelmann.
99 große Boxen gefüllt mit Kleiderspenden und Spielsachen der Krefelder Bürger kamen nun auf Lesbos an. Vor Ort wurden die Spenden vom lokalen Kooperationspartner „Becky’s Bathhouse“ an die Migrantenlager verteilt. „Auf Lesbos gibt es keine Selbstverständlichkeit. Es war uns wichtig, jemanden Vorort zu haben, der sich auskennt und kümmert“, berichtet Felix Glauner.
Ein weiteres Projekt in dieser Größe sei vorerst nicht geplant. „Durch die gewonnene Erfahrung haben wir allerdings das Selbstvertrauen, weiter auf aktuelle Themen zu reagieren, ob lokal oder überregional“, so Glauner. Das nächste große Ziel der cooldown°earth foundation sei jetzt die Umsetzung ihres Projekts für Jugendliche: eine digitale Klimaschule.
